Einheizen für ein emmissionsärmeres Klima
Mehr als ein Drittel des Energiebedarfs in Deutschland wird zum Heizen von Gebäuden und zur Warmwasserversorgung verbraucht. Nach wie vor sind in den rund 41 Millionen Haushalten fossile Brennstoffe die Hauptwärmequelle: Knapp jeder zweite Haushalt heizt mit Erdgas, ein Viertel der Haushalte bezieht Heizöl. Ein schneller Wechsel auf regenerative Energieträger ist somit unverzichtbar. Das Ziel: Bis 2030 sollen laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) 80 Prozent unseres Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien stammen, und bis 2045 soll der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein.
Emissionsarm, versorgungssicher, unabhängig
Nicht nur die schädlichen Treibhausgas-Emissionen spielen bei der Energiewende eine Rolle: Fakt ist auch, dass die Vorkommen an fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas und Öl schrumpfen. Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Wasserkraft stehen direkt in Deutschland zur Verfügung. Dach macht uns unabhängiger von Importen und Preisschwankungen auf den Weltmärkten. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien schützen wir also das Klima, sondern sichern auch langfristig unsere Energieversorung.
Heizungstausch im Bestand
Funktionierende Heizungen müssen nicht ausgetauscht werden. Auch Reparaturen sind weiterhin möglich. die Pflicht zum Umstieg greift erst, wenn eine Heizung irreparabel defekt ist.
Zuschüsse vom Bund
Wer beim Heizungstausch auf 65 Prozent Erneuerbare Energie umsteigt, erhält eine staatliche Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG):
- Eine Grundförderung von 30 Prozent für alle Wohn- und Nichtwohngebäude.
- Einen Einkommensbonus von 30 Prozent für selbstnutzende Eigentümer mit bis zu 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr.
- Ein zusätzlicher Klima-Geschwindigkeitsbonus honoriert den frühzeigen Austausch alter fossiler Heizungen.
- Die Förderung darf 70 Prozent der Kosten nicht überschreiten.
Das Beste aus den vier Elementen
Es gibt verschiedene Technologien, um die Vorgaben des GEG zu erfüllen:
Wärmepumpe
Wärmepumpen nutzen Umweltenergei aus der Luft, dem Wasser oder der Erde. Sie sind sehr effizient und können, wenn sie mit Ökostrum betrieben werden, eine nahezu CO2-freie Wärmeversorgung ermöglichen.
Anschluss an ein Wärmenetz
Gerade in dicht besiedelten Gebieten ist der Anschluss an ein Fern- oder Nahwärmenetz oft die einfachste Lösung. Bis 2030 sollen diese Netze zu 50 % aus erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeist werden.
Pelletheizung
Bei der Verbrennung von Holzpellets wird C02 freigesetzt. Das Holz asl nachwachsender rohstoff gilt, der während seines Wachstums CO2 bindet, kann eine Pelletheizung eine Alternative zu fossilen Systemen sein. Es sollten Pellets aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet werden.
Solarthermie
Solarthermieanlagen nutzen die Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser. Sie eignen sich hervorragend zur Unterstützung der Warmwasserbereitung und können auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden, reichen als alleinige Heizung in der Regel aber nicht aus.
Heizkosten senken – Sparpotential im Alltag
Seit 2022 geht Heizen aufs Budget wie nie. Aber schon kleine „Hausmittelchen“ helfen dabei, die Kosten effektiv zu senken.
- Temperatur messen: Moderne Thermostate ermöglichen eine gezielte Beheizung der einzelnen Räume mit unterschiedlichem Wärmebedarf.
- Tür zu! Geheizte Räume sollten geschlossen bleiben – Zugluft-Stopper unter dem Türspalt halten die Wärme zusätzlich im Raum.
- Kurz durchlüften: Bekanntermaßen ist Stoßlüften das beste Rezept. Die empfohlene Dauer hängt von der Heizperiode ab. Wichtig: Fenster sollten nicht auf Dauerkipp stehen. Denn so entsteht kaum Luftaustausch, und ein Großteil der aufsteigenden Warmluft entweicht ungenutzt nach außen.
- Dicht machen: Undichte Fenster und Türen, wie sie gerade in Altbauten oft vorkommen, können – als günstige Alternative zum Austausch – mit Gummidichtungen oder Schaumdichtungsband abgedichtet werden.
- Platz lassen: Vor der Heizung platzierte Möbel, aber auch Gardinen, verhindern, dass sich die Wärme im Raum optimal verteilen kann.
- Vorhang zu: Vorhänge und geschlossene Rollläden verhindern, dass die im Raum gespeicherte Wärme nachts über die kalten Fenster verloren geht.
- No-Go Heizlüfter: Elektrische Heizlüfter sind die größten Stromfresser. Ähnlich verhält es sich mit Heizstrahlern.
- Heizungs-Refresh: Um Wärmeverluste zu vermeiden, können Heizkörper gedämmt werden, zum Beispiel mit einer Reflexionsfolie. Gleichzeitig sollte die Heizung regelmäßig gereinigt werden, denn Staubschichten können die Leistung stark beeinträchtigen. Wenn es gluckert und nicht richtig warm wird: Heizung entlüften!
Viel hilft viel: Energetisch sanieren
Oft ist eine energetische Sanierung sinnvoll, um Energie und Kosten zu reduzieren – und den Wert der Immobilie zu steigern. Dafür kommen neben dem Heizungsaustausch auch einzelne Maßnahmen wie zum Beispiel die Dachdämmung infrage.